André Rabenstein | Experten für Vermögensaufbau, Vermögensausbau und Vermögenssicherung
EZB-Entscheidung 10.3.2016

Die EZB hat den Zins quasi abgeschafft...

... und druckt 80 Milliarden €uro frisches Geld im Monat, das sind pro Euro-Raum-Bewohner knapp 240 Euro pro Monat, das heißt pro erwerbsfähiger Person ca. 500 Euro monatlich! Das ist mehr als die Grundsicherung und mehr als viele Monatslöhne innerhalb der EU-Staatengemeinschaft! Ihr Geld wird also massiv entwertet!

Gleichzeitig wurde der Zins auf 0% (Null!) gesenkt.

Welche Auswirkungen hat das für Sie als Sparer und Darlehensnehmer bzw. auf Ihre Renten- und Lebensversicherungen?

Die Welt schreibt dazu:

"Die Zentralbank befindet sich im Endspiel", sagt der bekannte Investor Professor Max Otte. Mit der Einführung von Negativzinsen hätten die Währungshüter das Terrain der Geldvernichtung betreten.

Für die Anleger und Verbraucher bedeutet das eine riesige Umstellung. Die "Welt" benennt die Auswirkungen des Geldtsunamis: Sparer, Bauherren, Arbeitnehmer und Investoren sind auf unterschiedliche Weise betroffen.

Tages­geld-Zinsen sacken ab

Die Brachialpolitik der EZB macht jede Hoffnung zunichte, dass die Guthabenzinsen in den nächsten Jahren wieder steigen. Allein das nun auf 1,74 Billionen Euro aufgestockte Anleihenkaufprogramm wird dafür sorgen, dass der Finanzsektor im Geld schwimmt. Zumal QE – so der Fachterminus für die Käufe – nun auch gute Unternehmensanleihen umfasst. Die Banken haben also gar keinen Anreiz, weitere Kundengelder anzulocken.

Schon jetzt sind die Konditionen für Sparer sehr schlecht. Das Finanzportal Biallo weist einen durchschnittlichen Tages­geldzins von 0,29 Prozent aus: 10.000 Euro bringen also mickrige 29 Euro Zinsen im Jahr. In diesen Mittelwert fließen aber attraktive Sonderaktionen von Onlinebanken ein, die meisten Filialbanken bieten deutlich weniger, manche sind schon bei null Prozent. "Die Zinsen auf Sparprodukte werden tendenziell weiter sinken", sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING DiBa.

Gebühren auf Girokonten steigen

Auf schlechtere Bedingungen müssen sich auch Inhaber von Girokonten einstellen. Zwar dürften die meisten Banken davor zurückschrecken, die Minuszinsen der EZB eins zu eins an ihre Kunden weiterzugeben, Kontoinhaber sollten dafür mit steigenden Kontoführungsgebühren und anderen Kosten für Finanzdienstleistungen rechnen. "Negativen Zinsen werden Sparer wohl nicht fürchten müssen", erklärt Brzeski.

Bei einer direkten Weitergabe der negativen Zinsen würden die Kunden in Massen davonlaufen. Schon jetzt ist die Neigung zur Bargeldhaltung in der Bundesrepublik groß. Auch die Edelmetallhändler berichten von reger Nachfrage nach Gold. "Man sollte gleichwohl versteckte Kostenerhöhungen im Auge behalten", rät der Ökonom.

Bauherren verschulden sich billig wie nie

Während Sparer leiden, kann sich der Hausbauer freuen. Die Kosten für Immobilienkredite sind so niedrig wie nie. Auf zehnjährige Darlehen fallen im Mittel nur 1,35 Prozent Zinsen an, wie aus Biallo-Daten hervorgeht. Wer jetzt bauen oder kaufen will, kommt allerdings recht spät. Billiges Geld gibt es in Deutschland schon eine Weile, und das hat die Immobilienpreise vor allem in den Städten kräftig anziehen lassen.

Gerade in den Metropolen sind Übertreibungen nicht zu übersehen. Der Anteil des verfügbaren Einkommens, den Normalverdiener für Wohnen aufwenden müssen, ist in Städten wie München, Hamburg oder Berlin nach oben geschnellt. Das deutet auf die steigende Gefahr von Blasen hin. Die Erfahrung aus anderen Ländern lehrt, dass ein Immobilienboom länger dauern kann, als dies am Anfang für möglich gehalten wurde."

Gold profitiert

Die Geldflut macht steigende Preise auch bei anderen Sachwerten wahrscheinlich. Der bekannteste mobile Sachwert – Gold – notierte am Donnerstag bei 1145 Euro pro Feinunze und damit in der Nähe eines Zwölfmonatshochs. Allein seit Jahresanfang hat sich das Edelmetall um 17 Prozent verteuert. An den Rohstoffmärkten, wo der Dollar als Handelswährung maßgeblich ist, wurde Gold bei 1263 Dollar notiert. "Ein Unzenpreis von 2000 Dollar ist in diesem Umfeld nicht unwahrscheinlich", sagt Investor Max Otte.

Goldinvestoren müssen aber beachten, dass die EZB nicht die einzige Notenbank ist, die den Preis beeinflusst. Der Gorilla auf internationaler Ebene ist die US-Zentralbank Federal Reserve. Sollte die Fed entgegen der EZB die Zinsen erhöhen, könnte das den Unzenpreis zumindest zeitweise unter Druck bringen. Gold und auch Bargeld müssen aus Sicht von Max Otte schon deshalb einen Stellenwert bei der Geldanlage haben, weil die Zentralbanken mit dem Minuszins immer mehr in das Vermögen des Einzelnen eingreifen. Allerdings sollten Sparer auch verstärkt in Produktivwerte investieren, nämlich Aktien.

Aktien enttäuschen Hoffnungen

Die Auswirkungen der Billiggeldpolitik auf die Börse sind weniger eindeutig als vielfach angenommen. Die Idee, dass die Banken das billige Geld nehmen, um am Aktienmarkt zu spekulieren und so die Kurse treiben, greift zu kurz. Denn das Verhalten der Finanzinstitute wird nicht nur durch das Auf und Ab von Liquidität, sondern vor allem durch die umfangreiche Regulierung bestimmt – also durch die Vorschriften, wie Banken das Geld ihrer Kunden tatsächlich anlegen dürfen. Ob die Börsenpapiere steigen oder fallen, hängt in erster Linie davon ab, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln und die folgen der Konjunktur. Im vierten Quartal stiegen die Erträge nur noch um etwas über ein Prozent.

Dieses Jahr steht der Deutsche Aktienindex zehn Prozent im Minus, auch weil sich die Ertragserwartungen der Unternehmen verdüstert haben. Wer jedoch 2009 einstieg, kann sich immer noch auf zweieinhalbmal so hohe Kurse freuen. Eine solide Dividendenrendite von drei Prozent legt nahe, dass Dax-Papiere allen Bedenken zum Trotz nicht übertrieben hoch notieren. Mit oder ohne Anleihenkäufe – wenn die Weltwirtschaft ihren Wachstumskurs fortsetzt, werden Unternehmensanteile auch künftig ein gutes Investment sein.

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, rät: "Die jetzt eingeläutete Nullzinsphase sollte für Privatanleger Anlass sein, ihre Vermögensaufteilung zu überdenken und mehr in Aktien zu investieren, trotz zuletzt höherer Schwankungen an den Märkten." Kurzfristig sind allerdings keine großen Sprünge zu erwarten. "Investoren werden erst einmal abwarten und sehen, ob die Maßnahmen der EZB wirklich einen positiven Effekt auf die Konjunktur in Europa haben", sagt Mitul Patel, Zinsstratege bei der britischen Fondsgesellschaft Henderson. In der Vergangenheit sei das oft nicht der Fall gewesen.

Lebenspolicen verlieren an Attraktivität

Die größten Verzerrungen hat die EZB-Geldpolitik an den Bondmärkten hervorgerufen. Rund drei Viertel aller Bundesanleihen und -obligationen bringen rechnerisch bereits einen negativen Ertrag. Investoren, die diese Papiere halten, verlieren folglich Geld. Dennoch gibt es zahlreiche Institutionen, die diese Zinspapiere weiter kaufen und teilweise kaufen müssen. Selbst solide Unternehmensanleihen werfen inzwischen kaum noch etwas ab.

Das schlägt auf die Rendite von Lebensversicherungen durch, die vorwiegend in derartige sichere Papiere investieren. Unter der Ägide von Draghi deutet nichts darauf hin, dass sich die Verzinsung von Lebenspolicen in den nächsten Jahren bessern könnte. Vergangenes Jahr ist die Verzinsung auf den Sparanteil für Altkunden bereits auf unter drei Prozent gefallen. Für Neukunden beträgt der Garantiezins nur noch 1,25 Prozent. Tendenz weiter sinkend.

Kranken­ver­si­che­rungen werden teurer

Auch privat Krankenversicherte dürfen sich darauf einstellen, dass sich ihre Tarife verschlechtern. Wie andere große Institutionen müssen die Versicherungen Minuszinsen entrichten. Diese Kosten geben sie über kurz oder lang an ihre Kunden weiter. 

Die Zeche zahlen andere - die Sparer

Was den Staatshaushalten der Euro-Zone Entlastung bringt, und für Herrn Schäuble vielleicht eine weitere „Schwarze Null“ wirkt sich für Sparer und Branchen, die ihr Geschäft in Abhängigkeit vom Kapitalmarktzinsniveau betreiben katastrophal aus. Hier sind allen voran die Lebens- und Krankenversicherer betroffen, die ihr Geschäft langfristig betreiben und auf langfristige Zinserträge angewiesen sind.

Lebensversicherer massiv betroffen 

Eine Besonderheit deutscher Lebensversicherer stellen die mächtigen Bestände klassischer Policen dar, die mit Garantiezinsen von bis zu 4 Prozent ausgestattet sind. Um diese Verträge auch angesichts anhaltender Niedrigzinsen bedienen zu können, gibt es seit 2011 die Zinszusatzreserve. Diese müssen die Versicherer jährlich aus ihren Erträgen speisen.  2014 betrug die gebildete Zinszusatzreserve der Branche insgesamt ca. 21 Mrd. Euro. In einem Worst-Case Szenario aus dem selben Jahr prognostizierte Assekurata, die Ratinggesellschaft der Versicherer bei einem annähernd gleichbleibenden Szenario für 2022, also heute in sechs Jahren einen Bedarf von 150 Mrd. Euro an Zinszusatzreserve (siehe Chart). Andernfalls könnten die Garantiezinsen nicht mehr in voller Höhe gezahlt werden. Aufgrund der vorgenommenen Leitzinssenkung wird das Worst Case Szenario zur Realität.

 Notlösung § 314 Versicherungsaufsichtsgesetz

Für die Fälle, in denen Versicherer ihren garantierten Leistungsversprechen nicht mehr nachkommen können, sieht das Versicherungsaufsichtsgesetz ein festgesetztes Verfahren vor, das Versicherer vor drohender Zahlungsunfähigkeit bewahren soll. Danach kann die BaFin verfügen, dass Leistungen wie fällige Ablaufleistungen oder Rückkäufe ausgesetzt werden, dass Leistungen herabgesetzt werden können und dass die Kunden dennoch verpflichtet werden können, die Prämien in bisheriger Höhe weiter zu entrichten. (siehe Text - "Geldwerte in Gefahr")

Welche Versicherer am stärksten betroffen?

Die in ihren Beständen besonders betroffenen Versicherer werden sich nicht outen. Natürlich wird auch die BaFin keine Namen nennen. Nach Aussage der Deutschen Bundesbank, veröffentlicht im Finanzmarktstabilitätsbericht 2015, Seite 45, sind bei 30% der Lebensversicherer die Eigenmittel und die stillen Reserven zusammengenommen kleiner als der Sicherungsbedarf. Für diese Lebensversicherer übersteigt beim aktuellen Zinsniveau der Wert der Verpflichtungen einschließlich der stillen Lasten den der Vermögensgegenstände einschließlich der Bewertungsreserven.

Äußerungen der BaFin, die einige Lebensversicherer nach deren Worten „in Manndeckung“nehmen wird, kann man entnehmen, dass es um manche Gesellschaft nicht gut gestellt ist.

Es gibt Indizien, die darauf hindeuten, welche Versicherer massiv betroffen sein können. So weisen

  • eine unterdurchschnittliche Solvabilitätsquote von unter 150 Prozent
  • hohe Bestände klassischer Policen mit Garantiezinsen von 3 und mehr Prozent
  • Das Einstellen des Neugeschäfts mit klassischen Policen
  • Die Verkündung massiver Rationalisierungsprogramme zur Kostensenkung

auf eine massive Betroffenheit der Gesellschaft hin, vor allem dann, wenn diese Indizien zusammen auftreten. 

Wie lautet aber nun die Lösung, um sich gegen diese Risiken zu wappnen?

Die Lösung liegt in der ErtragsWert-Strategie. Seit über 2.000 Jahren lassen sich damit Vermögen aufbauen und sichern.

Nähere Informationen finden Sie hier: http://www.rabenstein-kollegen.de/ertragswertstrategie-188745.html


 
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